Episode 10: Vertikal drehen „nxt“ Level

Hallo zusammen und herzlich willkommen zu einer weiteren Episode unseres Ceratizit Innovation Podcast. Schön, dass ihr eingeschaltet habt und es lohnt sich auch. Denn wir sprechen heute über das Vertikaldrehen, Bearbeitung mal auf den Kopf gestellt. Wir sprechen über die neue Vertikaldrehmaschinen nxt der Firma Schuster Maschinenbau, deren Hauptspindel nicht wie bei den herkömmlichen Drehmaschinen horizontal, wie wir es alle kennen, sondern vertikal angeordnet wurde. Was das Besondere daran ist, welche Vorteile es mit sich bringt und warum nicht längst alle Drehmaschinen vertikal angeordnet sind, das verrät uns heute der Vertriebsleiter bei Schuster Maschinenbau Mathis Rühle. Ich freue mich drauf und euch viel Spaß beim Zuhören.

Hallo Mathis! Schön, dass du dir die Zeit genommen hast.

Hallo herzlichen Dank.

Sag mal, ist das heute deine Podcast Premiere oder bist du eigentlich schon alter Podcast-Hase und hast schon einige aufgenommen?

Nein also tatsächlich in der Tat für mich auch heute eine Premiere an der Stelle. Erster Podcast, freue mich schon, wird bestimmt eine tolle Sache! Ich bin zwar generell Podcast-Fan und auch sozusagen -Hörer, aber an der Stelle tatsächlich das erste Mal, ja.

Ja das ist schon mal eine sehr gute Grundvoraussetzung. Hast du denn schon mal kurz in unseren Ceratizit Innovation Podcast reinhören können?

ja einmal, aber leider nur ganz kurz. An der Stelle eine tolle Sache und ja wie gesagt freue mich einfach schon.

Ich frage dich deshalb, weil wir am Anfang immer eine Quizfrage und auch eine persönliche Frage an unseren Gast haben und damit würde ich jetzt einfach anfangen, okay?

Prima.

Mein lieber Mathis, weißt du eigentlich, wie man die Angst vor Maschinen nennt? Ich gebe dir ein paar Auswahlmöglichkeiten.
Ist das A) Die Maschinophobie? Ist es B) Mechanophobie? Ist das C) die Robotophobie? Oder ist das D) die Automatophobie?

Tolle Auswahlmöglichkeiten, ich würde vorschlagen, weil es einfach schön anhörte, würde ich auf A) gehen.

Du sagst A) Maschinophobie und das ist natürlich falsch. Es ist die Mechanophobie.

Aha, okay.

Okay, haben wir heute wieder was dazugelernt in unserem Podcast und wir können auch an der Stelle eine kleine Behandlungsmethode oder vielmehr eine Konfrontationstherapie anbieten. Denn diese kann man direkt bei Ceratizit oder bei Schuster im Showroom, glaube ich, ganz gut durchziehen, oder?

Ja, in der Tat, wir stehen natürlich da jederzeit für alle Schandtaten bereit. Wie Du richtig erwähnt hast, haben wir am Standort einen sehr tollen Vorführraum, wo sämtliche Maschinen dort stehen. Unter anderem natürlich auch die neue nxt und sind wir natürlich immer bereit dafür.

Okay, also wer tatsächlich Angst vor Maschinen haben sollte, kann sich da gerne an den Mathis wenden und bekommt dann da die Möglichkeit, in den Showroom zu gehen. Oder ihr kommt einfach direkt zur Ceratizit zieht, könnt ihr euch aussuchen. Mathis, wir haben auch ein Zuschauerquiz. Da dürfen alle mit raten, das ist eine Schätzfrage. Da darfst du jetzt nicht drauf antworten. Der Spannung halber machen wir das dann am Schluss. Aber ich stell mal die Frage für all unsere Zuhörer. Denn ich hätte gerne gewusst, wieviel Kubikmeter realen Bearbeitungsraum bietet die größte Werkzeugmaschine der Welt? Ich wiederhole mich nochmal: Wieviel Kubikmeter realen Bearbeitungsraum bietet die größte Werkzeugmaschine der Welt? Da dürft ihr alle mitraten und am Ende des Podcast werden wir das dann zusammen mit dem Mathis auflösen. Hast du eine Idee, in welche Richtung das ungefähr gehen könnte? Keine Zahlen nennen, bitte!

Ich kann mir da gut was vorstellen, Aver das können wir gern nachher besprechen.

Machen wir am Ende. Verrate uns doch mal ganz kurz: Wer bist du und was machst du eigentlich so ich bin?

Ich bin jemand der jetzt nahezu 20 Jahre in der Zerspanung tätig ist, beginnend mit einer Ausbildung und einer Weiterbildung, hab dann Anwendungstechnik gemacht, auch für Werkzeuge übrigens, und durfte dann in sehr jungen Jahren ein Team leiten und ging dann eigentlich mehr und mehr über in den vertrieblichen Prozess, und bin jetzt seit fast acht Jahren bei Schuster verantwortlich für den Vertrieb und betreue dort mit meinem Team die Aufgaben und die Gebiete, die wir einfach als Schuster, als Familienunternehmen quasi abdecken können.

Und sag mir, welche Gebiete sind deine Spezialgebiete oder welche Gebiete betreust du speziell heutzutage im Vertrieb?

Also bei Schuster ist das so, wir sind ein kleines Unternehmen. Das heißt, auch in aller Konsequenz bei uns muss eigentlich jeder nahezu alles abdecken können, von der Expertise her. Bedeutet: Wir haben jetzt nicht irgendwo hierarchisch irgendwelche Dinge aufbereitet, wo man dann explizit in einzelnen Fachabteilungen gibt. Wir haben auch Fachabteilungen, das nicht falsch verstehen. Wir müssen das dann ganzheitlich bewerten können und auch abarbeiten können, und zugehört einfach im Vertrieb bei uns dass wir uns auf die Aufgabe und lösungsorientierte Ansätze ja stützen müssen.

Was war denn deine wichtigste Lektion im Maschinenbau, die du lernen musstest?

Geduld zu haben.

Gib uns mal ein Beispiel.

Wir haben oftmals Prozesse von der Anfrage bis zum Ausliefern von der Maschine. Die können über Jahre gehen und das bedarf einfach, dass mir stetig an einem Prozess von der Anfrage bis zur fertigen Maschine über die Dauer von solch einem Prozess einfach mitgehen muss. Man muss sich Entwicklungen anschauen, man muss für Entwicklungen dann auch irgendwo Lösungen bereitstellen und auch darstellen. Und dass ich einfach eine Zeiteinheit, die geht nicht von heute auf morgen.

Und das war wahrscheinlich unteranderem die wichtigste Lektion, die ich einfach lernen musste. Denn früher gab es ein Problem, das musste am gleichen Tag irgendwo gelöst werden. Sei es Zerspanungsproblem, Werkzeugproblem, oder Logistikproblem. Und das ist natürlich heute hier im Projektvertrieb ganz anders.

Mathis, 20 Jahre bist du jetzt schon im Maschinenbau unterwegs und da gab es sicherlich auch einige Innovationen, die dich begleitet haben und sicherlich auch begeistert haben. Kannst du da ein, zwei nennen?

Ja absolut, die gibt's tatsächlich und das sind wir auch im Nachgang immer wieder dankbar denn aus der Not heraus suchen wir einen Lösungsansatz und diesen Lösungsansatz kann man wahrscheinlich in aller Konsequenzen nie wirklich alleine arbeiten, da bedarf es innovative starke Partner. In diesem Falle, ganz aktuell, haben wir hier mit unserem Partner Ceratizit natürlich was Tolles erarbeitet. Ich nehme mal das Schlagwort „Trochoidal drehen“. Das hat uns nachhaltig in einem Projekt einfach einen Vorteil verschafft und uns ermöglicht, die Innovationsmöglichkeit zu transportieren.

Jetzt haben uns im Vorfeld ja schon so bisschen unterhalten über die Innovationen bei Schuster und da fällt immer wieder das Wort nxt, geschrieben N-X-T. Erzähl uns mal, um was handelt sich dabei oder vielmehr um welche Maschine handelt es sich dabei?

Die nxt, für uns eine neue Innovationen, eine neue Möglichkeit, so möchte es eher sagen, klassisch einen Einstieg in die vertikale Drehwelt zu bekommen und das Ganze zu einem sehr, sehr attraktiven Paket, ich möchte jetzt ganz bewusst gar nicht unbedingt auf den Preis eingehen. Das ist ein Paket, das hier in Bayern entworfen, entwickelt, und gebaut wird und da sind wir stolz drauf. Eine rein deutsche Maschine mit ein paar tollen Attitüden, da können wir vielleicht nachher dann nochmal drauf eingehen, wo einfach eine Innovationskraft bringt, also ein Stück weit Investmentsicherheit. Einstieg in die Zukunft, so nennen wir das.

Mathis, normalerweise sind doch alle Drehmaschinen, oder die meisten sind ja horizontal ausgerichtet. Warum sind nicht alle Maschinen Vertikal ausgerichtet?

Gut, warum es andere nicht unbedingt machen und dir hat das Konzept wirklich so verfolgen, obliegt natürlich jeden Hersteller erste Mal seiner eigenen Bewertung. Wir für Schuster können nur eins sagen, dass wir, das ist glaube ich ein sehr guter und wichtiger Punkt, wo man mal drüber sprechen muss: Es gibt oft Gegensätzen und Widersprüche, die sich einfach nicht in Einklang bringen lassen, oder vermeintlich nicht in Einklang bringen lassen. Und mir sagen natürlich schon, wir wollen mit der nxt, oder auch mit der vertikalen Drehwelt Sicherheit und Flexibilität in Einklang bringen. Wir wollen aber auch Stabilität und Schnelligkeit in Einklang bringen. Aber auch wichtige Punkte wie Kosteneffizienz, einen gewissen Individualisierungsgrad, das sind Punkte, die vielleicht für viele Hersteller schwierig sind, die übereinander zu bringen. Wir sagen immer,

Es ist die erste Plug-and-Play Maschine, die sich wirklich anfühlt wie maßgeschneidert und das ist eigentlich die nxt, um sich als Kunden ein Stück Produktivität für die Zukunft einfach auch zusichern.

Ja und warum sollte ich mich jetzt als Kunde für die nächste entscheiden? Was sind die Vorteile?

Gut, also es gibt viele Vorteile. Ich möchte mal vielleicht auf ein paar wesentliche eingehen. Die nxt bietet einfach die Möglichkeit auch für Kunden, die nicht diese ultimativ großen Serien haben, das muss man auch ganz klar unterscheiden, jeder assoziiert vertikal mit einer Pickup Maschine. Das bedeutet, ich habe automatisch eine Automation dabei.

Das soll aber nicht unbedingt bedeuten, dass es zwangsläufig eine Maschine ist, die für ultimativ große Stückzahl ist, nein, sondern auch da wirklich für klein und Mittel Serien. Und ich denke, da gibt es doch den ein oder anderen, der sich schon mal Gedanken gemacht hat, wie kann ich die Maschine als solches betreiben mit wenig Personaleinsatz, um eine gewisse Effizienz herauszubekommt. Da macht eine Vertikaldrehmaschine Sinn.  Die macht natürlich auch Sinn, wenn wir darüber sprechen, dass man nachunten fallende Späne hat, dass man wenig Aufstellfläche hat und lauter solche Dinge. Aber da gibt es auch viele, viele Punkte.

Ja, du hast jetzt einige Punkte genannt. Was ist für dich der größte Benefit der nxt für den Anwender?

Tatsächlich das Preis-Leistungsverhältnis. wir haben hier eine Maschine, die bringt mit 8 Quadratmeter Stellfläche einen unwahrscheinlichen Vorteil gegenüber jeder horizontalen. Wohl gemerkt mit einem Durchmesser von 200 Millimeter. Das Ganze bekommt hier in Deutschland und im deutschsprachigen Raum, wenn es genau nimmt zu einem attraktiven Preis von 186.000 €. Ich möchte noch einmal unterstreichen, das ist eine Maschine, wir sagen „Made Bavaria“, da sind wir stolz drauf, die bayerische Maschine. Und das muss man auch mal an der Stelle wirklich sagen, wir haben hier eine Maschine kreiert und entwickelt, die hat Vollmineralik-Gussständer, die hat sehr, sehr hochwertige Komponenten als Beispiel eine Führung heute von Bosch oder von Ina, eine Spindel mit einer A6 Nase mit ganz großen Lager Paketen 120 mm im Durchmesser. Das sind alles Qualitätsmerkmale und Versprechen, die es eigentlich so in dieser Klasse nicht mehr gibt.

Du hast gerade den Guss Ständer erwähnt. Kannst du das noch mal genau erklären, um was geht es da?

Es ist nicht nur ein Guss, es ist sogar ein Mineralik mit 7% Epoxidharz Anteil. Das muss man sich jetzt auch gar nicht merken. Ich möchte nur darauf hinweisen, da mit dieser Rezeptur, so muss ich sagen, erreicht man chemische Reaktion. Warum ist das so wichtig? Nach dem Gießen ist der quasi inert, das heißt, der verändert sich nicht mehr, der bleibt tatsächlich in dem Zustand wie er ist. Das ist auch einzigartig in dieser Maschinenklasse möchte ich mal sagen. Dann die Funktionsflächen geschliffen und dann kommt quasi der mechanische Aufbau drauf. Dann kommt die Führung drauf, und so weiter. Das sind eigentlich schon die Eigenschaften neben schwingungsdämpfend, hochtemperaturfest, und so weiter, wo sehr besonders sind.

Lass uns mal ein bisschen in die Praxis gehen. Ihr habt auf eurer letzten Hausmesse ein wirklich besonders komplexes Bauteil bearbeitet. Erzähl uns mal um was gings da.

DIE Aufgabe war wie folgt:  die Maschine gibt's natürlich in verschiedenen Konfigurationsmöglichkeiten, ähnlich wie bei einem Auto können Sie dort quasi wählen im Standard, was sie haben möchten. Und unsere Vorführmaschine hat natürlich Vollausstattung und wir wollten die komplette Bandbreite in einem sehr komplexen Werkstück einfach mal widerspiegeln. Da dazu gehört dass Hochleistungstraining in Form von trochoidale Drehen, dazu gehört aber auch eine Präzisionsanfordernde Bohrbearbeitung darzustellen. Und dann haben wir mit dem neuen WTX Bohrer von euch einen Vorschub gefahren, der entspricht ungefähr einen Millimeter pro Umdrehung und das ist sehr, sehr, sehr stark. Also diese zwei Applikationen ja Trochoidaldrehen mit einer sehr hohen Dynamik und das Präzisionsbohren widerspiegelt einfach A) die Qualität, natürlich auch von den Werkzeugen, keine Frage. Aber wenn die Basis, spricht die Maschine, einfach nicht die Grundstabilität bringt, dann kann sie natürlich auch nicht die Werkzeuge ausreizen.

Wenn ich das richtig verstanden habe, kommt ja die komplette Werkzeugbestückung von Ceratizit. Wie seid ihr da vorgegangen?

Die Vorgehensweise war eigentlich hier nicht anders, wie wenn man irgendwo eine Optimierungsmöglichkeit oder eine Bauteile-/ Machbarkeitsanalyse brauchen oder auch machen müssen. Ceratizit hat hier natürlich mit dem Planungsteam, Gott sei Dank die spielt räumliche Nähe uns natürlich dann noch mal positiv in die Karten, die Möglichkeit geboten, dass man kurzfristig zusammensetzen kann. Man tauscht sich dann aus, schaut die Anforderungen an anhand von der Zeichnung, man schaut auch natürlich welche Anforderungen gibt die Maschine vor, um dann entsprechend die Werkzeuge auszusuchen.

Also da gibt's dann eine ganz enge Zusammenarbeit mit dem Project Engineering Team von Ceratizit, man berät sich und dann findet man die optimale Werkzeugbestückung, Du hast gerade noch mal diesen Bohrer erwähnt, ich glaube das war der WTX HFDS vierschneidig, richtig?

Korrekt.

Da habe ich mittlerweile auch gelernt. Sag mir ganz kurz, es sind ja viele Werkzeuge, die ihr da im Einsatz habt von Ceratizit. Welches dieser Werkzeuge hat dich am meisten beeindruckt auf der nxt?

Tatsächlich der Bohrer.

Tatsächlich der Bohrer. Warum?

und danach dann gleich das Trochoidaldrehen. aber der Bohrer läuft dermaßen geschmeidig und ruhig in Verbindung, und das darf man nicht vergessen, mit diesen wahnsinnig hohen Vorschüben. Und wir haben das danach auch ausgewertet, was der für eine Rundheit bringt, und, ich sag mal, was für eine Positioniergenauigkeit. Wir haben hier nur die Verbindung, das wäre quasi mechanische Komponente in Form von einer Spindelklemmung nutzen, um das Weitertacken in der C-Achse-Orientierung besser, präziser zu bekommen. Aber wenn das Werkzeug dann halt nicht diese Grundpräzession bringt, dann nützt das System dann so an der Stelle dann vielleicht auch nicht alle Konsequenz etwas. Und der hat mich da eigentlich schon sehr, sehr beeindruckt.

Jetzt hast du schon mehrfach das trochoidale Drehen erwähnt. Kannst du uns das noch mal bisschen näher erläutern und welche Vorteile das genau bringt?

Also trochoidales Drehen hatten wir hier jetzt genutzt, um einen größeren Einstich im Prinzip auszukammern, ich würde es mal so formulieren. Die Problematik ist immer bei solchen Operationen, dass sie teilweise sehr auskragendes und tief schneidendes Werkzeug verwenden müssen. Und die Produktivität steht über allem, das ist nun mal so. Durch den Einsatz von diesem Werkzeug und der Programmierstrategie war es einfach dann möglich, so einen Einstich in der Tiefe und in der Schnelligkeit so überhaupt herzustellen.

Jetzt haben wir ein bisschen über die Hausmesse gesprochen. Wie war denn so das Feedback der Besucher? was hat die beeindruckt? Was fanden die total faszinierend?

Die einhellige Meinung, wenn man das so schön sagen darf, war, dass das Paket Technologie und, ich sag mal, die Aufgaben, was die Werkzeuge dann auch irgendwo in der NXT bewerkstelligen mussten, gut und vernünftig gewählt wurde. Es war jetzt öfters mal die Rückmeldung „Ah, bohren – Toll!“ Aber halt beim Trochoidaldrehen, das sind halt diese vielleicht auch im ersten Moment, wenn man vor so eine Maschine steht und so ein Produkt läuft, auch irgendwo ein Eyecatcher. Das muss man sehen. Wer das mal gesehen hat, wie da die Späne fliegen, das ist schon beeindruckend.

Inwiefern ist die ideale Werkzeugbestückung denn für die nxt wichtig oder nach welchen Kundenkriterien bestückt ihr die Maschine dann letztendlich?

Also wichtig ist es natürlich immer getrieben A) von der Taktzeit und B) von der zu erreichenden Bauteilqualität, das steht über allem. Und dann spielt natürlich eine Rolle, kann man vielleicht Kombinationswerkzeuge einsetzen, dass dann halt die Drehmaschine irgendwo auch einen mittierenden Faktor hat, das nennt sich dann Revolver. Da passen dann halt Anzahl X Werkzeuge drauf. Das kann man mehr, mal weniger sein, das kommt auf die Maschine drauf an. Das ist im Wesentlichen auch der größte Unterschied zur Fräsmaschine, die einfach ein Magazin im Rücken hat und sich dann da bedient. Es ist natürlich, denke ich, auch immer in Abhängigkeiten, in welcher Region, also sprich, ist es ein Automobilteil, ist es ein allgemeines Maschinenbauteil, ist es etwas, das in aller Konsequenz in den Industriebereich reingeht, Elektromotoren gibt auch im Industriebereich, es muss nicht immer im Automobilbereich sein, und dann ist es einfach der Aufgabe geschuldet. Und da spielt eine Rolle, wie viel Erfahrungen hat das einzelne Team bei Ceratizit oder auch bei Schuster, und entsprechen kommt dann eine Lösung raus.

Gibt es noch andere Möglichkeiten, die nxt Mal zu sehen? Jetzt außer im Showroom. Gibt es ein Video oder für alle, die jetzt neugierig geworden sind, was kann man tun?

Also wir haben mehrere mediale Möglichkeiten. Wir haben natürlich Videos auf YouTube auf dem „Schuster Maschinenbau“-Channel. Wir haben eine interaktive Website, wo wir zur Verfügung stehen. Man darf uns auch ansprechen, auch da gibt Möglichkeiten und in den klassischen Printmedien und Informationsmaterial dann halt diese Medien, Videos, PDFs.

Ja okay, also wer interessiert ist, kann sich da gerne schlau machen, und dann kann man vielleicht auch mal im Video die Späne fliegen sehen. Lass uns doch ganz kurz über ein anderes wichtiges Thema sprechen. Ich glaube Prozessüberwachung, da müssen wir drüber reden. Welche Möglichkeiten bietet die nxt da?

Also bei der Prozessüberwachung gibt's viele Möglichkeiten. Es gibt standardisierte Möglichkeiten bei uns im Haus, es gibt Möglichkeiten

Über ein Kunden-Lastenheft vorgeschrieben werden/ sind. Eine Möglichkeit ist, dass man natürlich über Tool Scope die Prozesse dann in Form von Schnittparametern überwacht und dann natürlich, bevor es zu einem Crash kommt oder auch wenn ein Crash entsteht, die Maschine dann abschaltet.

Kannst du ganz kurz für unsere Zuhörer erklären, was ToolScope ist und was sind die Vorteile von ToolScope?

Also Tool Scope ist ein System, das gewisse Prozesse überwacht, wir kriegen die dann auf die Maschinenoberfläche, auf die sogenannte HMI. Die HMI ist nichts anderes, für den, der jetzt vielleicht diesen Begriff nicht kennt,

wie der Bildschirm an der Maschine, sagen wir es mal so ganz einfach. Darüber werden dann die einzelnen Prozesse überwacht in Form von Stromlastaufnahmen und es findet ein Abgleich statt und sollte eine Kennziffer, ich sag jetzt mal ganz bewusst Ziffern und keine Zahl, nach oben oder unten hin abreißen dann schlägt das System Alarm und die Maschine schaltet ab. Das wäre jetzt mal in einfachen Worten.

Genau, und das Ganze wird visualisiert mit so einer grafischen Darstellung, wo man so eine Kurve sehen kann, richtig?

Genau, die Monitoring-Geschichte findet dann statt.

Mathis, lass uns doch mal ein bisschen allgemeiner werden. Angenommen, ich hätte jetzt ein Fertigungsbetrieb. Worauf muss ich achten, wenn ich mir eine Maschine anschaffen möchte? Auf welche Punkte muss ich da achten? Gib uns mal ein, zwei Tipps.

Achten sollte man tatsächlich erst einmal auf die Anforderungen, was möchte ich überhaupt machen? habe ich Wellenteile, habe ich Flanschteile, habe ich Futterteile, im Sinne von als Sägeabschnitt oder vielleicht sogar ein Schmiederohling. Welche Materialien möchte ich bearbeiten? Ist es Stahl, ist Aluminium, ist es eine Superlegierung? Und von dem dann abgeleitet wäre dann tatsächlich der nächste Schritt, wenn es ein Futterteil wird, wie viel Automatisierungsmöglichkeiten möchte ich nutzen in aller Konsequenz? Muss das Teil fertig gedreht von der Maschine kommen, eventuell gemessen sein? Solche Dinge. Die Peripherie muss klar sein. Den interne Materialfluss sollte man sich überlegen, das heißt, kommt das Teil von Hand auf eine Maschine drauf oder soll es vielleicht von einem Roboter aus einer Kiste gegriffen werden. Es gibt also viele Punkte, denen man sich in einer Auswahl, einer Matrix sich irgendwo mal bewusst werden sollte, und kann man natürlich so die passende Lösung finden.

Und wenn ich mich dann entschieden habe: welche Entwicklungsprozesse müssen noch durchlaufen werden? und die wichtigste Frage: Wie lange dauert das? Beispielsweise jetzt, wie lange dauert das, bis ihr eine nxt ausliefern könnt? Kannst du uns da mal so eine Zeit geben, einen Zeitrahmen?

Allerdings, Also die nxt ist eine standardisierte Maschine, die eine Verfügbarkeit von dem Tag, an dem wir uns einigen und dann der schriftliche Bestelleingang bei uns erfolgt, brauchen wir in der Regel drei, im Einzelfall vielleicht auch mal 4 Monate, um die Maschine tatsächlich fertig zu stellen. 

Dann gibt’s noch einen wichtigen Punkt, der nennt sich dann Abnahme, dass man sicher auch das nochmal bei uns im Haus anschaut, stimmt der Bestellumfang auch überein. Wenn das alles in Ordnung ist, dann wird die Maschine geliefert, in Betrieb genommen und dann geht's los.

So einfach ist das?

So einfach ist das. Das sind Hackenmaschine, die wird tatsächlich angehängt, aufgestellt, die wiegt 7 Tonnen, das hört sich erstmal nach viel an. Aber es lässt sich einfach sehr gut transportieren durch definierte Anhängepunkte. Dann wird die Maschine aufgestellt, die steht in zwei Tagen. Dann wird sie noch mal kontrolliert im Sinne von einer klassischen Inbetriebnahme und dann darf der Kunde aber auch schon loslegen.

Das Ganze klingt für mich sehr innovativ, aber lass uns noch mal einen kleinen Blick in die Zukunft wagen. Was denkst du; Mathis, wie sieht die Zukunft des Maschinenbaus aus und wohin geht die Reise?

Diese Frage begleitet uns schon länger, nicht nur jetzt über das Thema Elektromobilität, sondern wir sehen gerade im Markt eine sehr starke Konsolidierung von mit Marktbegleitern, die dann teilweise in eine Gruppe aufgehen oder auch vom Markt so erstmal verschwinden. Ich glaube schon, dass sich dahingehend einiges ändern wird. Man muss dann auch sehen, wie viel Einfluss hat tatsächlich das Thema Elektromobilität für uns alle. Schuster ist jetzt nicht nur von diesem Thema abhängig. Das ist unser Vorteil, möchte ich mal sagen. Wir sind eigentlich ein Spezialist für wellenförmige Teile, für Elektromotorenteile. Wir machen auch Automobil, klar, keine Frage. Und viele verwandte Branchen sind halt in Deutschland sehr stark in Abhängigkeit, aber wohin sich das ganze Thema dann letzten Endes entwickeln wird, muss man beobachten. Man muss nur eins, man muss dranbleiben und man muss sehen welche Anforderung hat der Kunde heute, wo will sich ein Kunde hin entwickeln, und dem muss man dann irgendwo auch Folge leisten können oder auch bereit sein, dies zu tun.

Hat die Firma Schuster denn vielleicht schon einige Innovationen in der Schublade, in Planung, die in der Zukunft kommen könnten? Kannst du uns da vielleicht schon so einen kleinen Teaser geben? Gibt es da was?

Wo wir eine Entwicklung sehen und was wir in den letzten Monaten auch umgesetzt haben für den ein oder anderen Kunden, ich möchte es mal so sagen, man will nicht nur die Verantwortung, sondern vielleicht auch die Innovation ganz bewusst, ich sag mal, bei einem Partner lassen und die dort auch sich entwickeln lassen. Wir sehen uns als solchen Partnern wir wollen gemeinsam mit unseren Kunden eine gewisse Innovation in Prozesse implementieren. Auch glaube ich, dass das Thema Automatisierung speziell in Deutschland oder in Europa noch mehr getrieben wird. Es ist tatsächlich immer noch die Frage, wie viel Personaleinsatz geht in die Maschine rein. Man muss, glaube ich, in der Zukunft verschiedene Prozesse verbinden können miteinander und das kann Schuster heute schon sehr gut. Als Beispiel, wir in der Lage sämtliche mechanische Verarbeitungsschritte, ob das Drehen, Bohren, Fräsen, aber auch Schleifen ist, miteinander zu verbinden. Da gibt es Systemplattformen bei uns und das können wir heute schon ganz gut Ich glaube, dass das auch die Richtung ist, wo sich das ganze hin entwickelt.

Dann sage ich erstmal Danke schön für ein tolles Gespräch, für ein sehr informatives Gespräch. Es gibt noch unsere Zuhörerfrage und die müssen wir noch auflösen. Ich hoffe, du erinnerst dich, Mathis, denn am Anfang haben wir gefragt, wie viel Kubikmeter realen Bearbeitungsraum bietet die größte Werkzeugmaschine der Welt und der Mathis schätzt.

Größer 200 Kubik

Ja es sind 7776 Kubik und ich werde mal kurz den schlauen Wikipedia-Eintrag vorlesen, den ich mir vorbereitet habe. die größte Werkzeugmaschine der Welt ist die Portalfräsmaschine profimil 3 in Gantry Ausführung von Waldrichsiegen. Und hier steht, die Werkzeugmaschine bietet eine maximale Durchgangsbreite von 12000 mm, eine Durchgangshöhe von 12000 mm, und 54000 mm Verfahrweglänge in der x-Richtung. Das ergibt 7776 Kubikmeter. hättest du das gedacht Mathis?

Also dass es eine Portalfräsmaschine sein muss, ja. Ich habe auch den Gedanken im Kopf gehabt und ein Bild von einer Portalfräsmaschine, aber dass Sie 54 m lang sein soll, wusste ich jetzt nicht.

Absoluter Wahnsinn, aber vielleicht hat der ein oder andere Zuhörer und auch die Zuhörerin das ja gut geschätzt. Ich hätte es auch nicht gewusst. Es gibt noch eine Abschlussfrage mein lieber Mathis, die stell ich jedem unsere Gesprächspartner. Was ist eigentlich dein Lieblingswerkzeug?

Mein Lieblingswerkzeug ist und bleibt die klassische Drehplatte. Warum?
Weil man mit ihr unwahrscheinlich viel machen kann. Man kann Kontur drehen, man kann Schruppen. Schruppen immer toll. Zerspahnungsvolumen geht über alles. Und ja ich glaube die Grillplatte.

Alright, klingt gut ich sage Dankeschön Mathis Rühle, Vertriebsleiter bei Schuster. Danke, Mathis.

Danke Harald!

Und bis zum nächsten Mal, tschüss.

Mir hat es heute großen Spaß gemacht mit Mathis Rühle über das Thema Vertikaldrehen zu sprechen. Sollte unser Podcast euch auch Freude machen, dann freuen wir uns, wenn ihr uns ein paar Sternchen bei iTunes dalassen würdet. Solltet ihr weitere Fragen oder Kommentare haben, schreibt uns gerne eine E-Mail unter Teamcuttingtools@ceratizit.com. Darüber freuen wir uns sehr und alle Themen, die wir heute besprochen haben, Links zu den Videos und so weiter und so fort findet ihr in den Shownotes. Ich sage erstmal Danke schön. Ich freue mich auf die nächsten Gäste und die nächsten Folgen hier beim Ceratizit Innovation Podcast. Bis dahin sage ich bleibt gesund, danke, tschüss und bye bye.